Täglich werden circa 1 Milliarde Suchanfragen nach direkten Namen gestellt. Im Schnitt besitzt allerdings nur jeder Zehnte den ersten Platz seines eigenen Suchergebnisses bei Google, 20 % besitzen keinen Platz innerhalb der ersten 10 Treffer und 15 % der Leute haben sogar einen negativen Eintrag auf der ersten Seite. An dieser Stelle setzt Personen-SEO und Personal Branding an und ist die Grundlage für einen kleinen Test, der samt Infografik genauer beschrieben und ausgewertet wird.

Personen-SEO / Personal Branding

Gründe für persönliches SEO

Infografik Personen SEO und Personal Branding

Infografik Personen-SEO und Versuch auf dem nationalen deutschen Segment – Vergrößern mittels Klick

Gute Suchergebnisse für den eigenen Namen werden immer wichtiger und dies selbst für Menschen, die tief in der analogen Welt verwurztelt sind. Bewirbt man sich auf eine Arbeitsstelle werden fast alle Arbeitgeber einen Backroundcheck im Netz veranlassen, der potenzielle Vermieter möchte etwas mehr wissen und auch bei der Partnerwahl ist es usus online eine Hintergrundrecherche zu betreiben. Treffer, die sie als unzuverlässigen, verarmten Menschen, mit einem Hang zu Halsbändern und Reitgerten, auch ohne eigene Tiere ausweisen, wirken dabei sehr negativ. Die Suchergebnisse breit zu Gunsten einer Namenssuche abzuändern ist das Hauptziel bei der persönlichen Suchmaschinenopitimierung.

Webworker haben grundsätzlich den gleichen Anspruch an persönlichem SEO, können hieraus jedoch weiteren Nutzen ziehen. Einerseits bietet sich die Möglichkeit ein Grundrauschen in der Backlinkstruktur eigener Seiten zu erzeugen und andererseits wird der Authorrank bei Google, sowie die Klout-Score über Bing gestärkt.

Gründe im Überblick:

  • positiver Eindruck für potenzielle Partner / Arbeitgeber / Vermieter
  • bessere Online-Reputation
  • Basis-Backlinkaufbau
  • Authorrank & Klout-Score
  • sich selbst als Marke und Experte präsentieren ( Personal Branding )

Im Gegensatz zum klassischen SEO richtet sich Personen-SEO nicht aussschließlich dem Ziel, die Topposition zum Keyword (dem eigenen Namen) zu erreichen, sondern eine möglichst breite Palette an Suchtreffern zu platzieren. Es geht explizit um die eine wichtige Suchanfrage, welche man mit möglichst positiven Informationen unterfüttert.

Testaufbau Personen-SEO

Vor einiger Zeit veröffentlichte Brandyourself eine einschlägige Infografik, welche Communitys und Seiten zur persönlichen Stärkung in den USA verglich. Durch diesen Denanstoß veranstaltete ich einen ähnlichen Versuchsaufbau für den nationalen deutschen Markt. Insgesamt umfasst der Test 50 sehr große und verbreitete Portale, soziale Netzwerke, Communitys, Foren und Freeblogs.

Alle Accounts wurden innerhalb eines Tages über ein sauberes System aufgesetzt. Alle Accounts wurden mit den gleichen Informationen über eine fiktive Person bestückt. Die Privatspähreneinstellungen wurden möglichst für Suchmaschinen geöffnet. Ergebnissabfragen erfolgten an Tag 1, 2, 7 und 30. Für die Abfragen wurden mehrere saubere Systeme im regionalen Kontext verwendet. Am 30. Tag erfolgte eine zusätzliche Abfrage bei eingeloggten Google- und Bing-Accounts.

Ergebnisse Personen-SEO Versuch

Flickr und Yasni wurden am schnellsten indiziert. Nach einer Woche führte Blogspot die Ergebnisliste an. Nach 30 Tagen hatten es 13 Seiten in den Googleindex geschafft, die 40 Treffer generierten. Bing zeigte nur 2 indizierte Seiten, Metager 4 und Baidu konnte keine Ergebnisse liefern.

Die relevanten Ergebnisse bei Google:

  • Yasni
  • Xing
  • Myspace
  • Blogspot
  • Facebook
  • twoday
  • linkedin
  • Badoo !!! – Singlebörse
  • Flickr
  • Stayfriends
  • WordPress
  • Pinterest

Bei eingeloggtem Google-Account wurden zusätzlich das G+-Profil und der Youtube-Account erkannt. Twitter, WkW, VZ, etc brachten keine Seiten in den Index. Erstaunlich gut schnitten die Personensuchmaschinen Yasni und Stayfriends ab, die jeweils bei Google und Bing mehrere Treffer listen konten. Ebenfalls überraschend war das gute Ergebnis der Singlebörse Badoo, während die Konkurrenz es nicht in die Suchmaschine schaffte. Die Zielsetzung sollte hier allerdings recht genau beachtet werden. Bei der Partnersuche ist es gewiss hilfreich, für den zukünftigen Arbeitgeber unter Umständen ein Ausschlußkriterium.

Diskussion & Tributes

Sicherlich wird es kritische Stimmen zum Versuch geben, die nicht zu unrecht die Meinung vertreten, dass man gar keine Ergebnisse für die Suchmaschinen produzieren solte. Man kann sich in sozialen Netzwerken unter Pseudonym bewegen und keine Daten von sich preisgeben. Dies mag richtig sein, solange man keinen negativen Eintrag in den Trefferlisten zu seiner Person hat. Noch schlimmer wäre ein Szenario, bei dem sich ein böser Mitbewerber oder Nebenbuhler aktiv an der Erstellung negativer Einträge beteiligt. Gleichzeitig muss man darauf achten, dass in den Netzwerken nie ein Klarname genant wird, usw. Geschickter erscheint es die inhaltliche Hoheit über die Trefferliste zu behalten und gezielt Informationen zu setzen.

Das Personen-SEO eignet sich nicht für jeden Namen. Sollten sie zum Beispiel Angela Merkel, Papst Benidikt oder Franz Beckenbauer heißen, wird es schwierig die Suche zu beeinflußen. In diesen Fällen besteht aber der Vorteil, dass man nur unter sehr genauen Angaben zu finden ist und hier kann man dann mit erweiterten Angaben die Einträge dominieren.

Tributes

Mein Dank gilt an dieser Stelle Alexandra Gregor von http://www.gregor-illustration.de/ für die Gestaltung der Infografik, sowie an Brandyourself, der USA-Infografik die Idee zum Versuch gab.

Die Infografik Personen-SEO darf mit einem Verweis auf diesen Artikel oder diese Homepage, frei weiterverwendet werden!

 

Zu diesem Artikel gibt es 7 Kommentare

  1. fschuetz sagt:

    Spannender Test mit sehr erfreulichen Ergebnis für uns! 😉 Werde das gleich auch bei uns im Yasni Blog aufgreifen und natürlich auch entsprechend verlinken.

    Eine kleine Anmerkung vielleicht noch:

    Sie schreiben, dass man „sich“ möglichst breit im Netz streuen sollte. Es geht dabei nicht nur um den eigenen Namen, sondern auch um die eigenen Fähigkeiten, Begriffe und das eigene Angebot.

    Ein Beispiel:

    Bei einer Google Suche nach „Marc Nemitz“ taucht Yasni nicht direkt auf der ersten Seite auf. Aber wenn man nach „Marc Nemitz SEO“ sucht, dann schon! 😉

    Wenn Sie jetzt noch ein Exposé (http://www.yasni.de/expose) bei Yasni hätten, wären Sie mit Ihrem Angebot noch sichtbarer in den SERPs. 😉

    • admin sagt:

      Es handelt sich selbstverständlich um einen ersten Test und Google wird sicherlich noch einiges über die Zeit hinweg durchwirbeln. Übrigens muss man ja nicht immer selbst im Fokus stehen 😉
      Der Versuch richtet sich außerdem auch an „normale“ Netzbewohner, die so auf eine recht einfache und kostengünstige Art eine gewisse Datenhoheit zur eigenen Person besitzen.

  2. Stefan sagt:

    Gute Auswertung – Allerdings wird das ganze erst interessant wenn man auf Seiten ist auf denen man nicht „Erstannehmend“ selbst seinen Content reinstellen kann. Das Spiel kann man das ausbreiten bis man wirklich auf den ersten 2 Seiten der Held ist. Die Steuerung der Portale sollte nach Land versch. gestreut sein. Als Businessman will ich lieber bei xing, linkedin und Konsorten ganz dabei sein. Als Entertainer doch lieber bei so schönen Dingen wie facebook oder twitter. Eine ausgezeichnete Möglichkeit sich als Experte zu outen ist es allemal – Allerdings ist es auch mit sehr sehr viel Arbeit und Aufwand verbunden !

    • admin sagt:

      Die Testreihe wurde speziell für das deutsche Marktsegment angelegt. Sicherlich tun sich hier große Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten auf. Langfristig gesehen, ist es sicherlich besser, wenn man die einzelnen Accounts in Richtung eigener Seiten streut und sich so positioniert.

      Es ist nur sehr erstaunlich, welche Anbieter von sich aus schon einiges an Kraft mitbringen und welche auf weitere Hilfe angewiesen sind.

  3. Max Adler sagt:

    Gerade in der Jobsuche ist das Thema heutzutage immens wichtig. So gut wie jeder Arbeitgeber googelt heute seine potentiellen Angestellten. Jemand, der sich mit einem Katzen- oder Pferdeblog in einer Tierarztpraxis bewirbt steht nunmal besser da, als die Bewerber, die man überhaupt nicht findet im Netz. „Wer nicht im Netz aktiv, den gibt es nicht“, oder zumindeset interessiert er sich für nichts, was irgendwie wichtig wäre.

  4. nerd-wiki.de sagt:

    Rofl… ich grüße Dich! Hier auch Nemitz. Aber gsd nicht auch Marc, sonts könnten wir uns im Personen-SEO gut kloppen. Lustig: Ich bin auch SEO und Fantasy bzw. Rollenspiel, Games und was nicht noch NERD 😉 Es sei denn, Deine Links unter „eigene Websites“ sind nur random Projekte um SEO Nischen auszunutzen…in dem Fall wären wir da weniger ähnlich 😉

    Beste Grüße aus der „Familie“ ^^